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(c) Markus Göstl,Kirchturm Wenzersdorf

Wo Geschichte bewahrt und Kunst neu belebt wird

Gott sei Dank Redaktion
Gott sei Dank Redaktion

Mehr als Denkmal: Wie Kunst Kirchenräume lebendig hält

Kirchen gehören zu den prägendsten Kulturorten unseres Landes. Ihre Erhaltung verlangt Fingerspitzengefühl, ihr Fortbestand aber auch Offenheit für Neues. Zwischen Restaurierung, zeitgenössischer Kunst und kulturellem Erbe entsteht ein Spannungsfeld, das zeigt: Kirchenräume sind keine Orte des Stillstands, sondern des lebendigen Wandels.

Wenn Bewahren zur Präzisionsarbeit wird

In der Pfarrkirche Mauer wurde Ende 2024 deutlich, wie fragil kulturelles Erbe sein kann. Als Teile eines historischen Barockrahmens auf ein darunterliegendes Gemälde stürzten, hinterließen sie ein großes Loch und mehrere Risse in der Leinwand. Seither arbeiten Restauratorinnen und Restauratoren mit höchster Präzision daran, die Schäden zu beheben. Faden für Faden wird das Kunstwerk gesichert und wiederhergestellt. Der aufwendige Einsatz zeigt, wie viel fachliches Können und Engagement notwendig sind, um wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit für kommende Generationen zu bewahren. 

(c) Amt für  Kunst und Denkmalpflege der Erzdiözese Wien

 ©  Kunst und Denkmalpflege der Erzdiözese Wien. 

Ende November 2024 kam es in der Pfarrkirche Mauer zu einem folgenschweren Zwischenfall: Teile eines historischen Barockrahmens lösten sich und stürzten auf das darunterliegende Gemälde. 

(c) Amt für Kunst und Denkmalpflege der EDW Schaden an dem Barockbild

©  Kunst und Denkmalpflege der Erzdiözese Wien. 

Der Aufprall hinterließ ein großes Loch in der Leinwand sowie mehrere weitere Risse. Auch der kunstvoll gestaltete Rahmen wurde beschädigt. 

(c) Kunst & Denkmalplfege der EDW Mauer Barockbild Sanierung

©  Kunst und Denkmalpflege der Erzdiözese Wien. 

Das Team der Restautoren arbeitete daran die Schäden zu beheben. Möglich wurde dies durch die Unterstützung der Pfarre, öffentlicher Förderstellen sowie privater Spenderinnen und Spender.

Neue Perspektiven für historische Räume

Doch Kirchenkunst lebt nicht allein von der Bewahrung des Bestehenden. Sie gewinnt ebenso dort an Bedeutung, wo neue Perspektiven entstehen. Der österreichische Künstler Jochen Höller beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Fragen nach Orientierung, Erinnerung und gesellschaftlichen Werten. Seine Werke entstehen oft in engem Bezug zum jeweiligen Ausstellungsort und laden dazu ein, vertraute Räume neu wahrzunehmen.

Kunst im Dialog mit Architektur

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür ist Höllers Installation Stairway to Heaven. Für die 2018 entstandene Skulptur sammelte er 131 Bibeln in 13 Sprachen aus privaten Nachlässen und formte daraus eine nach oben führende Treppe. Erstmals in der Wiener Michaelerkirche präsentiert, entstand ein spannender Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und historischer Architektur. Das Werk wurde später auch in weiteren Kirchen und Museen im deutschsprachigen Raum gezeigt.

(c) Jochen Höller Stairway to Heaven
Foto: © Jochen Höller. Kunstinstallation "Stairway to Haven" 2018 in der Michaelerkirche in der Wiener Innenstadt.

Mehr als Denkmalschutz

Ob Restaurierung oder zeitgenössische Intervention: Beide Ansätze tragen dazu bei, Kirchenräume aktiv zu nutzen und kulturell weiterzuentwickeln. Historische Kunstwerke werden bewahrt, neue künstlerische Positionen setzen aktuelle Impulse. So bleiben Kirchen Orte, an denen Kultur nicht nur erhalten, sondern auch neu gestaltet wird.

 Titelbild: © Erzdiözese Wien/Markus Göstl