Immer beliebter wird die Segnung der Osterspeisen in unseren Kirchen, meist in den Gottesdiensten der Osternacht oder am Ostersonntag. Dabei werden Körbe mit Schinken (oder geselchtem oder geräuchertem Fleisch), Brot (auch Pinzen), gefärbte Eier und Kren und oft auch Salz in die Kirchen gebracht. Mancherorts ist es auch üblich, gebackene Biskuitlämmer zur Speisensegnung mit in die Kirche zu bringen.
So wie das kleine Küken die harten Eierschalen „sprengt“, so sprengt Jesus bei der Auferstehung das Felsengrab. Auch das Lamm ist ein Symbol der Auferstehung Christi. denn Jesus wird selbst im Neuen Testament als Lamm Gottes bezeichnet.
Neben dem Eierfärben und dem Eiersuchen gibt es den beliebten Brauch des Eierpeckens. Jede oder jeder wählt ein gefärbtes Ei und hält es in der Faust mit der spitzen Seite nach oben. Dann werden die Eier aneinander „gepeckt“. Das Ziel und der Gewinn: das eigene Ei möge möglichst lange „ohne Schaden“ durchzubringen.
Zum Brauchtum zählt auch der „Osterhase“, meist aus Schokolade gefertigt. Allerdings findet er sich nicht im Osterkorb.
„Das“ Ostersymbol schlechthin ist die große, besonders schön geschmückte Osterkerze. Der Priester segnet am Beginn der Osternacht das Osterfeuer, an diesem Feuer wird dann die Osterkerze entzündet. Als Schmuck der Osterkerzen können die fünf Weihrauchnägel, die Jahreszahl („2026“) sowie das „Alpha“ und „Omega“ („Anfang und Ende“) verwendet werden. Die Osterkerze wird in der Feier der Osternacht feierlich als „Licht Christi“ begrüßt und mit dem sogenannten „Exsultet“ (dem großen Osterlob der Kirche) besungen als „festliche Gabe“ der Kirche, „um in der Nacht das Dunkel zu vertreiben“. Während der fünfzigtägigen Osterzeit bis einschließlich Pfingsten bleibt die Osterkerze im Altarraum der Kirche stehen. An ihr wird – bis zum nächsten Osterfest – bei jeder Taufe die Kerze eines neugetauften Kindes entzündet.
Immer öfters gibt es auch bei uns den schönen und sinnvollen Brauch, in Laternen das Osterlicht nach Hause oder auf die Gräber auf den Friedhöfen zu tragen. Als Zeichen der lichten Hoffnung über den dunklen Tod hinaus – im wahrsten Sinn des Wortes.
Foto Titelbild: © Stefan Kronthaler, Der Sonntag