Sommerzeit ist Lesezeit! Die Literarischen Kurse der Erzdiözese Wien haben für Sie 5 Lesetipps für den Urlaub zusammengestellt – zum Abschalten, Nachdenken oder einfach für gute Unterhaltung.
Hoffnung in Zeiten der Dürre
Josephine W. Johnson ist 23 Jahre alt, als sie „Die Novemberschwestern“ 1934 in einem Zimmer am Dachboden ihrer Mutter in Missouri schreibt. Im Jahr darauf sollte sie als jüngste Autorin den Pulitzer-Preis für das Debüt erhalten. Zu Recht, wie wir finden. In ihrem Roman, der das Leben dreier Schwestern auf einer ärmlichen Farm beschreibt, vereint sich die Ambivalenz einer grausamen und zugleich gütigen und nährenden Natur in berührenden Beobachtungen. Wie kann Hoffnung bestehen in Zeiten der größten Herausforderungen? Josephine W. Johnson findet Antworten in der Umwelt, die sie umgibt, und wandelt so eindrucksvolle Naturbeschreibungen in literarische Sprache.
Josephine W. Johnson: Die Novemberschwestern. Dt. v. Bettina Abarbanell. Berlin: Aufbau, 2023 [Erstausgabe 1934].
Ein wilder Ritt vom Stephansplatz in die Unterwelt
Und plötzlich ist da ein Loch. Mitten am Stephansplatz! Ein deutscher Tourist wird prompt verschluckt und verschwindet spurlos. Die Suche nach ihm gerät zum skurrilen und aberwitzigen Trip durch Wiens Ober- und Unterwelt. Im unterhaltsamen Genre-Mix verbindet der Roman Krimi, Mystery, Satire und Urban Fantasy zu einem temporeichen und unterhaltsamen Ganzen.
Fabian Navarr: Vienna Falling. Wien: Leykam, 2025.
Gottesbilder im Wandel der Zeiten
Einen vollständigen Überblick über das Verhältnis von Mensch zu Religion zu geben, ist kaum zu meistern. In seinem illustrierten Sachbuch gelingt es Frédéric Lenoir dennoch auf unterhaltsame und lehrreiche Art, den Bogen von religionsgeschichtlichen Anfängen hin zur Gegenwart zu spannen. Großartig illustriert gibt uns die Lektüre Einblicke in den facettenreichen Wandel des Gottesbildes der religiösen Entwicklungen durch Kulturen und Zeiten.
Frédéric Lenoir, Anne-Lise Combeaud (Illustration): Oh Gott! Dt. v. Antje Riley. München: Knesebeck, 2025.
Eine Reise voller Nächstenliebe
Alois Prinz‘ Biografie gelingt eine lebendige und zugängliche Annäherung an Franz von Assisi, die biografische Darstellung, Reisebericht und historische Reflexion verbindet. Auf seinen Wegen durch Assisi, Umbrien und die Toskana nähert sich Prinz dem Menschen Franziskus über Landschaften, Orte und Quellen an und nimmt uns mit auf eine Reise zu einer der faszinierendsten Figuren der Religions- und Kulturgeschichte.
Alois Prinz: Franz von Assisi. Der friedliche Rebell. Berlin: Insel, 2025.
Eine Zukunft der künstlichen Menschen?
Der Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro erzählt in seinem Roman die Geschichte von der künstlichen Freundin Klara, die geschaffen wurde, um einer schwerkranken Jugendlichen Gesellschaft zu leisten. Das Maschinenmädchen beobachtet die Welt der Menschen durch ihre eigenen Augen und eröffnet einen bemerkenswerten Blick auf menschliche Beziehungen, Liebe, Einsamkeit und Sterblichkeit, der von selbstloser Empathie geprägt ist.
Kazuo Ishiguro: Klara und die Sonne. München: Blessing, 2021.
Lust auf mehr Lesevergnügen?
Die Literarischen Kurse eröffnen mit Blick auf das kreative und kritische Potential der Literatur einen vielseitigen Zugang zum Lesen und zum eigenen Schreiben. Als Einrichtung der Erwachsenenbildung stehen sie allen Interessierten offen – ganz unabhängig von Vorwissen oder Ausbildung.
Im Oktober 2026 startet der neue Fernkurs „naturLESEN“ mit einem gemeinsamen Spaziergang durch den (literatischen) Blätterwald: Von Waldeinsamkeit bis hin zur dystopischen Flammenlandschaft nach der Klimakatastrophe - welchen Einfluss hatten Naturbilder und Landschaften durch die Jahrhunderte? Welche Bedeutung haben Tierdarstellungen und welche literarischen Beispiele brechen mit der Grenze zwischen Tier und Mensch? Und wie natürlich ist Natur eigentlich noch im Zeitalter der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz. Sind Bio-Menschen die besseren Menschen? Und welche Aspekte von Mensch-Maschinen verhandelt moderne Literatur? Im Fernkurs finden Ihr Lesen und Ihr Schreiben Raum im Dialog und werden von persönlichen Literaturvermittler:innen begleitet.
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