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(c) Erzdiözese Wien, Stephan Schönlaub

Schuhe putzen und "Pumpern": So zeigt sich Ostern heuer mitten in Wien

Gott sei Dank Redaktion
Gott sei Dank Redaktion

Ostern ist mehr als der Besuch beim Ostermarkt, das Nester-Suchen im Garten oder der Familienbrunch. Die Auferstehung ist stärker als der Tod – genau das will uns das wichtigste Fest im Christentum mitgeben. In Wien gibt es heuer zwei Aktionen, die in der Karwoche eine besondere Bedeutung haben und zeigen, worum es zu Ostern wirklich geht. 

Begegnung auf Augenhöhe

Mitten in Wien kniet plötzlich jemand vor Ihnen und putzt Ihre Schuhe – kostenlos und einfach so. Oft sind es kleine Momente, in denen Gott durch Menschen zu uns spricht. Jesus sagt: „Ich bin bei euch“ – als Kind in der Krippe und als Mann am Kreuz. Der Gründonnerstag erinnert an das letzte Abendmahl, das Jesus am Abend vor seinem Leiden und Sterben mit seinen Jüngern feiert. Die Fußwaschung zeigt dabei: Jesus dient seinen Jüngern und macht deutlich, dass echte Größe im Dienen und in der Nächstenliebe liegt.

Die Pfarre zur Frohen Botschaft, Teil der Erzdiözese Wien, übersetzt die Fußwaschung ins Heute: Unter dem Motto „Jesus hat seinen Aposteln die Füße gewaschen – wir putzen euch die Schuhe!“ werden vor der Karlskirche am Gründonnerstag, dem 2. April, von 10:30 bis 13:00 Uhr Passantinnen und Passanten die Möglichkeit haben, sich von Pfarrer Gerald Gump die Schuhe putzen zu lassen. „Damals tat es gut, bei dem vielen Schmutz auf den Straßen die Füße gewaschen zu bekommen. Heute sind es die Schuhe, die geputzt werden müssen. Mit unserer Schuhputz-Aktion wollen wir Menschen etwas Gutes tun und sie zu Ostern zum Nachdenken anregen“, so der Seelsorger aus der größten Pfarre Wiens.

(c) Erzdiözese Wien, Stephan Schönlaub
 Foto: (c) Erzdiözese Wien, Stephan Schönlaub

👉mehr zu den Aktivitäten in der Karwoche in der Pfarre zur Frohen Botschaft (PDF)

Darum pumpert es zu Ostern am Wiener Michaelerplatz

Am Land ziehen Kinder von Gründonnerstag bis Karsamstag mit Ratschen durch die Dörfer, um die Aufgabe der Kirchenglocken zu übernehmen. Sie rufen die Gläubigen morgens, mittags und abends zum Angelusgebet, dem sogenannten "Engel des Herren".

Diese Tradition ist in der Stadt Wien eher unbekannt. Und doch gibt es eine besondere Ratsche in Wien: In der Michaelerkirche (Innenstadt) übernimmt die größte Turmratsche Österreichs die Aufgabe. Mitten im Einkaufsrummel durchbricht sie die gewohnte Geräuschkulisse mit ihrem markanten „Pumpern“. 

Die Ratsche ist ein viereckiger, quaderförmiger Klangkörper, 181 cm lang, 69 cm breit, 32 cm hoch, auf vier Beinen stehend. Um sie (auseinandergebaut) zu tragen, benötigt es vier Personen.
Ihr besonderer Klang, das „Pumpern“, entsteht durch 20 Hämmer, die beim Drehen einer Kurbel hochgezogen und auf eine Holzplatte niederschlagen werden.

Die über hundert Jahre alte Ratsche wurde 2006 wiederentdeckt und liebevoll restauriert. Seit 2007 ist sie jedes Jahr, während der Kartage für fünf Minuten zu hören. P. Erhard Rauch sagt: „Die Kreuzigung Jesu war ein Einschnitt, ebenso wie das Verstummen der Glocken ein Einschnitt, eine Zäsur im täglichen Leben. Auch unser Leben wird durch Schicksalsschläge immer wieder durchkreuzt. Aber wir haben Grund zur Hoffnung: Denn nach dem Tod Jesu folgt seine Auferstehung am Ostersonntag.“ 

(c) Erzdiözese Wien, Stephan Schönlaub

Foto: (c) Erzdiözese Wien, Stephan Schönlaub

👉 Hier lesen Sie mehr über die Michaelerkirche und ihre Turmratsche: www.michaelerkirche.at

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Foto Titelbild: ©  Erzdiözese Wien, Stephan Schönlaub