Erzdiözese Wien - Gott sei Dank - Blog

Der Sommerhitze entkommen: Kühle Kirchen und Klostergärten

Geschrieben von Gott sei Dank Redaktion | 2026

Abkühlung hinter dicken Mauern

Wenn eine Hitzewelle anrollt, werden vielerorts Rekordtemperaturen erwartet. Während sich der Asphalt aufheizt und Wohnungen zur Hitzefalle werden, wächst bei vielen Menschen die Sehnsucht nach kühlen Rückzugsorten – Orte, die nicht nur Erfrischung, sondern auch Ruhe versprechen. Genau hier setzt die Initiative „Kirche erfrischt“ der Erzdiözese Wien an.

Offene Türen als Einladung

Mit einladenden Plakaten an geöffneten Kirchentüren richtet sich die Kampagne an alle, die dem Sommer zumindest für einen Moment entfliehen möchten. „Erfrischen Sie sich doch in unseren Kirchen“, heißt es dort. Der Gedanke dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Viele Kirchen sind täglich zugänglich, angenehm kühl und bieten eine wohltuende Stille – eine seltene Kombination in heißen Städten.
Michael Prüller, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, bringt die Idee auf den Punkt: „Kommen Sie ruhig herein, Gott freut sich über jeden, der in sein Haus kommt – auch wenn Sie einfach nur Erfrischung suchen.“ Die Einladung zielt bewusst über religiöse Motive hinaus und versteht sich als offenes Angebot für alle.

Foto: Aktion der Erzdiözese Wien - Offene Kirchen - Urlaub für die Seele - Kühle Temperaturen in den Gotteshäusern. © Markus Göstl

Warum alte Mauern besser kühlen

Doch nicht jede Kirche ist automatisch ein Ort der Erfrischung. Ein entscheidender Faktor ist laut Niki Haselsteiner vom Projektbüro „Offene Kirche“ das Alter der Gebäude: „Je älter das Gemäuer, desto dicker sind in der Regel die Mauern – und desto länger bleibt die Kühle erhalten.“
Was im Winter oft als Nachteil empfunden wird, wird im Sommer zum echten Pluspunkt. Historische Kirchen speichern die Kühle über Stunden hinweg, während moderne Betonbauten Wärme schneller aufnehmen und abgeben – und damit weniger zur Abkühlung beitragen.

Abseits der Touristenströme

Wer gezielt nach kühlen Orten sucht, sollte zudem die großen Touristen-Hotspots meiden. Kirchen, die täglich von Tausenden Menschen besucht werden, verlieren rasch ihren kühlenden Effekt. Die stilleren, weniger bekannten Gotteshäuser hingegen bieten oft die angenehmsten Temperaturen – und zugleich eine spürbar größere Ruhe.

👉mehr Informationen über die Initiative: Kirche erfrischt 

Klimaoasen der Caritas Wien

Mit den „Klimaoasen“ schafft die Caritas Wien im Sommer dringend benötigte Rückzugsorte inmitten der aufgeheizten Stadt. In Pfarren und sozialen Einrichtungen entstehen dabei niederschwellige Zufluchtsorte, die mehr sind als bloße Abkühlung: Hier gibt es Schatten, Trinkwasser und die Möglichkeit, für einen Moment zur Ruhe zu kommen. Besonders im Blick stehen Menschen, die Hitze besonders stark belastet – etwa ältere Personen oder jene ohne kühle Wohnräume. Gleichzeitig sind die Klimaoasen bewusst offen für alle. Sie stehen damit sinnbildlich für eine Form gelebter Solidarität, die in Zeiten steigender Temperaturen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
 

Foto: Caritas Wien, Klimaoasen © Stefanie J. Steindl

 

👉 weitere Informationen über die Aktion: Klimaoasen : Caritas Wien 

 
 
Foto Header: Erzdiözese Wien © Markus Göstl