Was hat unser Alltag in Wien mit dem Leben von Menschen in Bolivien zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht wenig. Doch wer Agueda Colque und Lenny Espinoza begegnet, merkt schnell: Die Fragen, die sie mitbringen, gehen uns alle an.
Die beiden sind derzeit auf Einladung des Welthaus der Katholischen Aktion in Österreich unterwegs. In Schulen, Pfarren und Organisationen erzählen sie über Werte, die ihre indigene Kultur prägen: Fülle, Gleichgewicht, Weisheit, die Dualität von Frau und Mann sowie die besondere Bedeutung der Gemeinschaft.
Sie berichten auch von verschmutztem Wasser, von Böden, die ihre Fruchtbarkeit verlieren, und von großen sozialen Unterschieden, die durch den Abbau von Rohstoffen entstehen. Gleichzeitig zeigen sie, wie kulturelle Verwurzelung, Wissen und gemeinschaftliche Stärke zu Werkzeugen werden, mit denen sie für Gesundheit, ihre Territorien und die Rechte indigener Gemeinschaften kämpfen. Ihr Mut macht sichtbar, dass Veränderung möglich ist, wenn Menschen zusammenstehen.
Welthaus Wien schafft Räume für diese Begegnungen. Es geht nicht nur um Informationen, sondern um echtes Zuhören, um Fragen über globale Zusammenhänge und den Austausch auf Augenhöhe. Jährlich treffen Menschen aus Afrika, Asien und Lateinamerika im Rahmen von „Begegnung mit Gästen“ aufeinander, um sich gegenseitig zu stärken. Denn Themen wie Umwelt, Gerechtigkeit und ein gutes Leben betreffen nicht nur ferne Länder, sondern auch unseren Alltag hier.
Foto: Begegnung mit Gästen, © Teresa Voboril
„Vom Reden zum Tun“ ist dabei mehr als ein Motto. Mit FairWandeln-Klimakonferenzen, KlimaGesprächen und Öko-Fair-Sozialen Spaziergängen schafft Welthaus Wien konkrete Möglichkeiten, aktiv zu werden. Hier entstehen Ideen und Projekte, die zeigen, wie jede und jeder im eigenen Umfeld etwas beitragen kann.
👉 Wer neugierig ist, kann unkompliziert dabei sein und entdecken, wie bereichernd solche Begegnungen sein können. Vielleicht beginnt Veränderung genau so: mit einem Gespräch, das nachwirkt – und einem neuen Blick auf die Welt.
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