Kochen wie zu Jesu Zeiten: Eine kulinarische Reise in die Antike
Im alten Orient nahmen die Nahrung und das gemeinsame Gastmahl eine zentrale Rolle ein, da eine ausreichende Nahrungsversorgung für die bäuerliche Gesellschaft nicht selbstverständlich war. Der Mensch war meistens von höheren Gewalten abhängig, die er selbst nicht beeinflussen konnte. Deshalb galten Speis und Trank nicht nur als ein verbindendes, gemeinschaftsstiftendes Element zwischen den Menschen untereinander, sondern auch zwischen Gott und den Menschen.
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Foto: So könnte ein gemeinsames Mahl zwischen Männern in der Antike ausgesehen haben. © Ki generiert
Die Frage, welche Nahrungsmittel man zu sich nehmen darf, wird an zahlreichen Stellen der jüdischen Tora thematisiert. Ursprünglich dienten dem Menschen nach Gen 1,29 lediglich die Samen und Früchte der Erde als Nahrung. Dieser paradiesische Idealzustand wurde nach der Sintflut von der Realität eingeholt. Dem Menschen wurde in Gen 9,3 gestattet, auch Tiere zu essen. Insbesondere Lev 11 nimmt jedoch gewisse Tierarten davon aus und erklärt sie für unrein. Gleichzeitig drücken Gastmähler im Alten Testament Sicherheit und Wohlwollen aus. So verspricht der HERR in Ps 23,5 dem Verfolgten einen gedeckten Tisch im Angesicht der Feinde.
Auch Jesus von Nazaret hielt bewusst Gastmähler, um dadurch die endzeitliche Freude über das angebrochene Gottesreich bereits in der Gegenwart sichtbar zu machen (z.B. Mk 2,15-17). Er deutete die Reinheit nun offensiv, indem all jene Menschen vom Gottesreich reingewaschen werden, die von ihren Sünden umkehren und sich zum Gottesreich bekennen.
Indem Jesus beim letzten Abendmahl Brot und Wein als seinen Leib und sein Blut einsetzte, ermöglichte er uns Christen, Anteil an Gottes Heilshandeln zu haben. Somit haben Speis und Trank in der Bibel eine tiefere Bedeutung, die das materielle Grundbedürfnis des Menschen bei weitem übertrifft.
So wird Essen in der Bibel mehr als bloße Notwendigkeit: Es erzählt von Gemeinschaft, Herkunft und gelebter Tradition. Viele dieser kulinarischen Wurzeln reichen bis in die heutige Küche des Nahen Ostens – eines davon ist Shakshuka, ein Geheimtipp unserer Redaktion für heiße Sommertage.
Shakshuka: Ein vegetarisches Sommergericht
Wenig Zutaten, großer Geschmack: Shakshuka ist eines dieser Gerichte, das Kulturen verbindet. Ursprünglich aus Nordafrika stammend, hat sich die Kombination aus pochierten Eiern und würziger Tomatensauce längst im Nahen Osten etabliert – und darüber hinaus. Der Name bedeutet „Mischung“ und beschreibt genau das, was auf den Teller kommt: einfache, frische Zutaten, die zusammen ein intensives Aroma entfalten. Ob klassisch oder kreativ abgewandelt – gerade seine Wandelbarkeit macht Shakshuka zu einem zeitlosen Favoriten.
Foto: Shakshuka © oraswet, pixabay
Zum ganzen Rezept:
400 g Passierte Tomaten
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
1 Chilischote
2 TL Koriander-Fenchel-Dill Würzöl
1 rote Paprika
4 Eier (Größe M/L)
2 TL Kurkumapulver
Bund frischer Koriander
3 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer
Brot zum Servieren
0.5 TL Paprikapulver
Zwiebeln, Paprika und Knoblauch fein schneiden und in Olivenöl bei niedriger bis mittlerer Hitze (ca. 120–140 °C) etwa 10 Minuten weich anschwitzen. Gewürze und Chili hinzufügen, kurz mitrösten, dann die Tomatensauce einrühren und bei niedriger Hitze weitere 10 Minuten sanft köcheln lassen, bis sie sämig wird.
Mit einem Löffel kleine Mulden formen, die Eier vorsichtig hineingleiten lassen und bei mittlerer Hitze kurz anziehen lassen. Anschließend die Pfanne in den auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorgeheizten Ofen geben und die Eier etwa 7–8 Minuten stocken lassen. Heiß servieren – am besten mit frischem Brot.
Foto Header: © jcvelis, pixabay

